Finale Regionalliga 2022 am 25. Juni 2022

Martin Cantor, Kerstin Sosnowski, Franz Röttger und Eckhardt Renken aus dem siegreichen Team

Das Finale der Regionalliga 2022 im Bridge Verband Westfalen fand im Dorfgemeinschaftshaus in Ledde, dem Spielort des Bridgeclubs Tecklenburger Land statt. Spannende Kämpfe standen vor allem um den Klassenerhalt an. In der Endabrechnung siegte Bielefeld II deutlich und hat die Chance sich für die 3. Bundesliga zu qualifizieren. Ganz eng war der Kampf gegen den Abstieg mit 4 Teams im Bereich von zwei VPs vor der letzten Runde. Letztlich erwischte es neben dem zurückgezogenen Team aus Gütersloh noch Münster-Uni II und Avenwedde auf den sicheren Abstiegsplätzen.
Zum Ergebnis

Bericht vom Sportwart des BVW Thorsten Roth zum letzten Spieltag:

Der letzte Spieltag der Regionalliga 2022 ist nun Geschichte und damit die Saison beendet. Für uns als junger Vorstand des Verbandes war dies auch eine Premiere, denn neuer Sportwart, neue Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, neue Software zur Auswertung, neuer Board-Duplizierer und mit dem Tecklenburger Land auch ein neuer Ausrichter für den letzten Spieltag. Gerade die Lokalitäten und das Engagement der Helfer sind von den meisten Teilnehmern am Samstag sehr positiv aufgenommen worden, nachdem die Sirenen endlich wieder ruhig waren 😉

Auch Corona haben wir doch in der Nachbetrachtung ganz ordentlich überstanden. Während die Inzidenzen hoch und runter gingen wie die Wellen vor Hawaii hatten wir nur einen echten Fall, der leider zu einem kampflosen Ergebnis führte. Immerhin scheint es die wichtigsten Entscheidungen der Saison nicht zu sehr beeinflusst zu haben.

Mein Dank gilt noch einmal den Ausrichtern aus Osnabrück, dem Tecklenburger Land und 2x Bielefeld und den beiden TL Barbara von Kleist und Michael Böcker. Für uns war diese Saison schon eine echte Herausforderung, denn hinter den Kulissen wurde viel gearbeitet. Wir hatten mit den kurzfristig wechselnden Mannschaftszahlen, den knappen Terminen, dem Wechseln der Spiellokale, den Störungen durch Corona und dem neuen Programm Rudersyv gut zu tun. Es wurde daher nie langweilig.

Kommen wir zum sportlichen Bereich und da hat sich das Team Bielefeld II in der Besetzung Kerstin Sosnowski, Martin Cantor, Horst Hübner, Peer Köster, Eckard Renken und Franz Röttger den Aufstieg redlich verdient. Ein Unentschieden gegen Bielefeld III zu Beginn der Saison, sonst gab es nur deutliche Siege. Besonders wichtig war der Sieg im direkten Duell gegen Bielefeld IV, von dem diese sich die restliche Saison über nicht mehr ganz erholen konnten. Wir wünschen dem Team Bielefeld II nun viel Erfolg in der Aufstiegsrunde, zu der es allerdings noch keine offiziellen Informationen gibt.

Das Team Bielefeld IV ist damit quasi das einzige verbleibende Mittelfeld, denn die restlichen 6 Teams haben bis zum letzten Durchgang hart gegen den Abstieg gekämpft. Da lagen nämlich die Teams 4-7 noch innerhalb von nur 2 SP und selbst Platz 3 war bei 16 SP Vorsprung nicht absolut gesichert.

Die Entscheidung im Abstiegskampf fiel schließlich dadurch, dass das Tecklenburger Land gegen Osnabrück 4 SP mehr holte, als Münster-Uni II gegen Bielefeld III. Ein wenig Hoffnung kann Münster-Uni II sich noch machen, denn Bielefeld II schafft hoffentlich den Aufstieg in die 3. Bundesliga. Allerdings könnte im worst case auch noch das Tecklenburger Land absteigen, wenn Bielefeld II es nicht schafft und Bielefeld I als derzeit Letzter in der 3. Bundesliga C absteigen sollte. Da wird die Entscheidung über den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag oben bzw. in der Aufstiegsrunde fallen.

Auf jeden Fall absteigen muss also nur der BC Avenwedde. Allerdings war das Team auch nicht so schlecht wie es in der Tabelle aussieht, immerhin sind 3 der 6 Partnerschaften im Plus in der Butlerwertung und man hat am letzten Spieltag gegen Bielefeld IV eine Halbzeit unentschieden gestaltet und gegen Bielefeld IV sogar eine Halbzeit gewonnen. Das gelang diese Saison nicht so vielen Teams. Wir kommen also wieder!

Die Butlerwertung haben Bernd Engelhardt und Martin Hofmann gewonnen, sowohl absolut (153 IMPs) und auch relativ (1,366 IMPs pro Board). Netter Fakt am Rande: unser neues Verbandsmitglied aus Dortmund liegt auch noch mal zusätzlich ganz am Ende der Butlerwertung.

Die Boards waren diesmal wieder deutlich spannender als noch vor 2 Wochen, als die Mischmaschine wohl keine große Lust hatte. Ging da quasi nichts im Schlemmbereich waren diesmal sehr viele heiße Hände unterwegs und meistens saß dann alles passend.

Exemplarisch dafür Board 6 aus Durchgang 6:

Süd eröffnet in 2. Hand mit 1 Pik und Nord zeigt erst die Karos mit einem selbstforcierenden 2 Karo. Die Entscheidung für Süd ist nun nicht leicht. Zählt man die Coeur-Dame voll mit so hat man 16 FL. Da der Partner stark reizt ist das schon legitim – wenn auch optimistisch. Daher kann man 3 Treff reizen, was meistens so 17+ zeigt, vielleicht etwas schwammig von der Stärke her. Für ein schwaches Gebot von 2 Pik ist die Hand eher 2 FL zu stark, für 3 Treff vielleicht einen knappen 1 FL zu schwach, also sind wir damit näher an 3 Treff. Es erleichtert auf jeden Fall die weitere Reizung.

Ich habe daraufhin nach Keycards über 4 Karo Minorwood gefragt und konnte in den guten 6 Karo abschließen, die man für einen Verlierer in Trumpf klären muss. Nur ein weiteres Paar war in dem Schlemm, der Rest machte 12 Stiche in 3 SA. Es hängt wohl alles an dem zweiten Gebot des Eröffners, was hier mal sehr gut trifft und natürlich etwas Mut zur Lücke. Ebenfalls spannend war dieses Board, an vielen Tischen das letzte der Saison:

West eröffnet mit 1 Pik und Nord muss die erste Entscheidung treffen. Ich wollte noch etwas riskieren und habe mit einem X für eine Hand in Richtung Semi-Forcing begonnen. Nur Kontrollen, eine 7er-Länge und gute Chancen auf 2 Schnellstiche in Pik hinter der Eröffnung. Es geht weiter mit 3 Karo Bergen Raises von Ost und einem Kontra von Süd für seine Karo-Haltung. West reichen 3 Pik und Nord zeigt endlich mit 4 Coeur seine wahre Farbe. Leider hebt Ost mit seinem Single in Coeur in 4 Pik, die von Süd kontriert werden. Eigentlich eine sehr gute Entscheidung, wobei ich ein 5 Coeur auch als normal empfunden hätte, die nur bei Treff-Angriff zu schlagen sind. Leider wollte mir mein Partner später verheimlichen, dass er KDB in Karo hat und ich ihm daher noch den Treff-König gegeben habe. Statt der normalen -2 für +300 wurde der Kontrakt sogar erfüllt. Hier war also viel Umsatz angesagt, von +620 für erfüllte 4 Coeur bis -590, im Schnitt -100.

Ich hoffe allen Beteiligten hat es Spaß gemacht und wir sehen uns nächstes Jahr wieder. Am 24.09.2022 werden wir noch den DBV-Pokal als 1-Tages-Event spielen, dazu gehen die aktualisierten Informationen demnächst raus. 7 Teams sind bereits angemeldet, vielleicht kommen noch ein paar weitere hinzu, damit dies ein wirklich schönes und großes Event wird.